Die Erschossenen vom Pavillon

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Während der Bombardierung hat sich ein dramatisches Ereignis in Abbeville abgespielt. In der Nähe des Musikpavillons sind 21 Menschen unterschiedlicher Nationalität erschossen worden. Es gibt unterschiedliche Versionen darüber, wie sich die Ereignisse abgespielt haben könnten. Die Ihnen hier präsentierte Geschichte basiert auf der Annahme von Henri de Wailly, den auf den Zweiten Weltkrieg spezialisierten Historiker. Am 15. Mai überführte die Justizvollzugsbehörde des Gefängnisses in Brügge 80 Gefängnisinsassen nach Frankreich. Diese Menschen, die noch nicht verurteilt, sondern lediglich verdächtig waren, sollten nach Béthune (Pas-de-Calais) verlegt werden. Am 19. Mai empfing die Kaserne Courbet in Abbeville einen Anruf von der Gendarmerie in Béthune. Er informierte Oberstleutnant Evain über die Ankunft von drei Bussen mit Gefangenen. Bei ihrer Ankunft in Abbeville mussten 77 Gefangene nach Beauvais verlegt werden. Gegen 22.30 Uhr kamen die Busse in Abbeville an. Sie fuhren zum Gefängnis, von dem aus sie zur Gendarmerie in Abbeville geschickt wurden. Die Gendarmerie, die nicht informiert war, kontaktierte die Kaserne Courbet. Der Hauptmann D. der Gendarmerie gab die Anweisung die Gefangenen im Keller des Musikpavillons unterzubringen, der heute im Jardin D'Argos liegt. Sie wurden im Keller des Pavillons eingeschlossen. An diesem Ort gab es kein künstliches Licht, nur eine einzige Tür und Kellerfenster. Zurückgelassen im Stockdunkeln waren die Gefangenen voller Angst, durstig und hungrig. Sie erlebten die Bombardierung der Stadt am 20. Mai von den Kellerfenstern aus. Panik ergriff die Frauen und Männer. Alle fragten sich, was mit ihnen geschehen würde. Würden sie bei einem möglichen Einsturz des Pavillons sterben oder eingeschlossen wie sie waren von der Außenwelt vergessen werden? Würde man sie befreien? Wären sie hier in Abbeville sicher? Wann würden sie nach Beauvais weiterfahren? Einige Stunden lang versuchten sie durch Schreie und Rufe auf sich aufmerksam zu machen und vielleicht eine Anwort auf ihre Fragen zu erhalten. Gegen 12 Uhr stoppte das Bombardement. Eine ungewöhnliche Ruhe setzte ein. Die Tür öffnete sich und eine Stimme forderte auf französisch vier Gefangene auf, den Keller zu verlassen. Die Gefangenen stellten sich vor, dass man sie aufrief, damit sie beim Aufräumen der Trümmer helfen würden und/oder um Personen zu Hilfe zu kommen. Sie waren erleichtert darüber, dass man sie nicht vergessen hatte. Vier Männer stiegen die Stufen hinauf. Nach einigen Augenblicken hörten die 73 anderen Gefangenen Schusssalven. Dann verlangte man aufs Neue, dass vier Personen den Keller verließen. Eine neue Salve war zu hören. Die Gefangenen verstanden, was sich draußen abspielte, welches Schicksal für sie vorgesehen war. Sie wurden von Entsetzen und Panik ergriffen. Trotz ihres Flehens folgten fünf Serien mit jeweils 4 Exekutionen aufeinander. Nach diesen Toten wurde eine Person erschossen, die versuchte, zu fliehen. Eine sechste Gruppe wurde gebildet. Sie näherte sich dem Exekutionsort als ein französischer Offizier sie zurück in den Keller schickte. Dieser Offizier, den die Gefangenen noch nie gesehen hatten, setzte der Exekutionsserie ein Ende. Die Überlebenden, erleichtert, dass das Massaker ein Ende hatte, sammelten sich in kleinen Gruppen und wurden nach Rouen gebracht. Trotz der unterschiedlichen Untersuchungen und Zeugenbefragungen bleiben die Tatsachen rätselhaft. Warum verfolgten Sie von Abbeville aus nicht mehr ihrer Route nach Beauvais? Warum wurden sie erschossen? Wer gab den Befehl dazu? Usw.

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